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Ein
Lipödem ist eine chronische Erkrankung mit einer symmetrischen
Fettgewebsverteilungsstörung
(Lipohypertrophie), verbunden mit
einer orthostatischen Ödemneigung. Wie
entsteht ein Lipödem/Lipohypertrophie? Wie
verläuft diese Erkrankung? Wie
kann man ein Lipödem behandeln? Eine Diät hilft nur bei zusätzlichem Übergewicht, jedoch nicht gegen die vererbte Fettvermehrung beim Lipödem. Es gibt keine Medikamente zur Behandlung des Lipödems. Sinnvoll ist natürlich auch hier intensive Bewegung (z. B. Spazierengehen mit starker Bandagierung, Radfahren, Schwimmen, auch Bodybuilding mit überwiegender Beinarbeit).
Bei fortgeschrittenen
Stadien des Lipödems empfiehlt sich eine stationäre Behandlung in einer
Spezialklinik von ca. vier Wochen Dauer. Eine
medikamentöse Therapie gibt es nicht. Die Einnahme von "Wassertabletten" Aus medizinischer Sicht heißt das : Da beim Anschwellen der Beine ein Überschuß an Lymphflüssigkeit vorliegt (Lymphe besteht aus Eiweiß, Wasser, Fett, abgestorbenen Zellen und Krankheitserregern), würde ein Entzug des Wassers zu einer deutlichen Verfestigung des Gewebes - die Ärzte sagen hierzu Dermatosklerose (Hautverkalkung, d. h. Umwandlung in hartes Bindegewebe) - und somit zu einer deutlichen Verschlechterung des Lipödems führen. Sollten
Sie an einem Lipödem oder einem Lymphödem leiden, kann nur gelten: Befolgen
Sie diese Ratschläge und die Anweisungen Ihres Arztes, dann kommt es zu
einem langanhaltenden Therapieerfolg. Dabei kann Ihnen das Lympha
Press®-Gerät helfen. Sprechen Sie mit einem auf Lymphödeme
spezialisierten Arzt.
_www.durchbluting.de schreibt:
Lipödem - das sollten sie wissen! Weniger häufig ist das Lipödem distal im Unterschenkel betont, das heißt es sind vorwiegend die Unterschenkel betroffen. Hierbei ist charakteristisch, dass das Lipödem mit dem Knöchel aufhört, das Fett jedoch am Sprunggelenk überlappt. Die Arme sind seltener betroffen. Ein zunächst proximal betontes Lipödem (Oberschenkel und Hüften) kann sich auf die Unterschenkel ausdehnen und umgekehrt. Wer ist
betroffen? Häufige
Symptome Eine Begleiterscheinung des Lipödems ist also ein chronischer Lymphstau in den abhängigen Köprerpartien und eine Wassereinlagerung in ein sehr lockeres Bindegewebe. Dies erklärt die Beschwerden, wie sie regelmäßig angetroffen werden:
Schweregefühl in den Beinen
Angeschwollene Beine (Orthostatisches Ödem)
Orangenhauptphänomen und Cellulite Vermehrte Entstehung von Blutergüssen (Hämatomen) in den betroffenen Körperteilen (bereits bei geringstem Anlaß)Gründe hierfür sind: Druck der Fettzellen auf die Gefäße; fehlende Festverankerung der kleinen Äderchen im Bindegewebe, daher Zerreißen bei Einwirkung von Schwerkräften.
Erhebliche Schmerzen in den Beinen; Berührungsschmerz
Behinderung beim Laufen Frühzeitiges Entstehen von degenerativen Gelenksveränderungen und Arthrosen: Vor allem am Knie (durch Fehlbelastung und Mehrgewicht). Über die Schlagadern wird das Blut bis zum großen Zeh gepumpt. 90% des Blutes fließt durch die Venen zum Herzen zurück. Die restlichen 10% werden über das zweite Rücklaufsystem, die Lymphgefäße, zum großen Kreislauf zurücktransportiert. Lymphflüssigkeit wird über kleine Poren von den Lymphgefäßen aufgenommen und nach oben gepumpt. Verengung der Lymphgefäße durch vermehrte Fetteinlagerung. Der Rückfluß der Lymphflüssigkeit ist damit blockiert.
Fettgewebsvermehrung im Bereich TYP Ia: Das
Lipödem reicht bis zu den Knien Typ IIa Vollbild
des Lipödems von Hüften bis Knöchel TYP IIIa:ohne Beschwerden
Sonderform: auch die Arme sind betroffen TYP IV a: ohne Beschwerden
Sonderform: Beschränkung auf die Unterschenkel TYP V a: ohne Beschwerden Stadium I
Eindrückbar, spontan reversibel. Bildet sich Stadium II Eindrückbar, reversibel bei Behandlung. Oft Komplikationen wie Ekzem und Erysipel (Wundrose). Ohne Therapie morgens zwar weniger, aber noch nachweisbar. Stadium
III Bindegewebe verhärtet (Fibrosklerose), nicht Irreversibles Ödem, Elephantiasis; Komplikationen bis zur bösartigen Entartung. Faktoren, die zur Verschlechterung beitragen: Vorhandensein von oberflächlichen Krampfadern Das Blut,
das in den Schlagadern vom Herzen in die Beine bis zum großen Zeh gepumpt
wird, wird zu 90% in den Venen zum Herzen zurücktransportiert. Gegen die
Schwerkraft, also von unten nach oben, fließt aber nichts von alleine. Das
Blut muss aktiv nach oben gepumpt werden. Dies erfolgt mit jeder Bewegung
der Beine, mit jedem Schritt. Deshalb sind in den großen Venen in kurzen
Abständen Klappen eingebaut. Die Venenklappen funktionieren wie ein Ventil
und lassen das Blut nur von unten nach oben fließen. Diese Klappen bei einer
Thrombose häufig geschädigt oder gar zerstört. Bei einer angeborenen
Bindegewebsschwäche dehnen sich die Venen im Laufe von Jahren oder
Jahrzehnten häufig
Durch die Vermehrung der lymphpflichtigen Last werden die bereits zugedrückten Lymphbahnen in ihrer Transportkapazität noch mehr überfordert und schwellen an. Aus diesem Grund ist bei Patientinnen mit Lipödem grundsätzlich eine phlebologische Untersuchung des Venensystems indiziert, das Krampfadern sowohl vermieden als auch gut behandelt werden können. Große
körperliche Belastung
Komplikationen des Lipödems Die
Behandlungsmöglichkeiten sind begrenzt Die damit erzielte Gewichtsreduzierung hat jedoch keinerlei Einfluß auf die Beinumfangsmaße. Außerdem bewirkt eine Diät eine Umstellung des Organismus auf Sparflamme, so dass die nachfolgende wieder "normale" Nahrungsaufnahme zu einem überschießenden Gewichtsanstieg (meist an den Beinen zuerst!) führt. Häufig
sind Eßstörungen jedoch eine Begleiterscheinung des Lipödems. 2
Medikamentöse Behandlung 3 Sport 4
Kosmetische Korrekturen 5
Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung Zusätzlich ist unbedingt eine Versorgung mit medizinischen Kompressionsstrümpfen oder Strumpfhosen notwendig. Beim Lipödem sind die Beine oft außerhalb jedes Normmaßes, so dass maßgefertigte Strümpfe in hohen Kompressionsklassen notwendig sind. Intermittierende, apparative Kompressionsbehandlung mit Mehrkammergeräten scheinen beim Lipödem einen günstigen Einfuß zu haben und sind zusätzlich notwendig, wenn die Zahl der manuellen Lymphdrainagen (MLD) nicht erhöht werden kann. Ambulante
oder stationäre Behandlung? 1 Die Erkrankung bedarf einer ständigen Behandlung. Wird sie unter- oder abgebrochen, werden sich der Befund und die Beschwerden wieder mehr oder weniger schnell verschlechtern. Das Leiden ist anlagebedingt; eine Ursache, die therapeutisch angegangen werden kann, gibt es daher nicht. 2 Die sehr oft jungen Betroffenen müssen von einer Notwendigkeit, Kompressionsstrumpfhosen konsequent zu tragen, überzeugt werden. Das gelingt naturgemäß eher, wenn ein Effekt sichtbar wird. Zwar bringt eine ambulante Behandlung in vielen Fällen eine deutliche Minderung der Beschwerden, jedoch keine nennenswerte Umfangsabnahme der Beine. 3 Die Betrofenen haben in den meisten Fällen (je jünger, desto öfter) ein sehr gestörtes Selbstwertgefühl. Häufig ist es hilfreich, in einer Gruppe mit Leidensgenossinnen zu sein, die die gleichen Probleme haben und mit denen ein Erfahrungsaustausch möglich ist. Viele Frauen sind nach einem Aufenthalt in einer Lymphklinik innerlich wie verwandelt und zeigen wieder eine positive Lebenseinstellung. 4 Ab dem Stadium II kann eine wirksame Entstauung, die mit einer meßbaren Umfangs- und Volumenreduktion einhergeht (ca. 1 - 1,5 ltr. Pro Bein oder 5 - 12 cm am Oberschenkel weniger) bei einem ambulant tätigen Lymphtherapeuten aufgrund der hierfür benötigten Zeitspanne nicht mehr erzielt werden.
Stationäre Behandlung in einer Lymphklinik 1 Manuelle Lymphdrainage morgens und abends als Ganzbehandlung über mindestens 45 Min., dabei Atemübungen und entstauende Bewegungsübungen. 2 Anschließende Bandagierung der Beine mit speziellen Schaumstoff- und textilelastischen Kurzzugbinden. 3 Eventuell intermittierende apparative Kompression für 30 - 60 Minuten (evtl. 2 mal täglich). Hierzu
kommen noch unterstützende Maßnahmen wie: Die Patientinnen sind mit der Therapie den ganzen Tag beschäftigt. Nur durch diese intensive Maßnahmen können nennenswerte Umfangsreduktionen erreicht werdne. In den ersten beiden Wochen ist der Behandlungserfolg noch relativ gering. Der größte Fortschritt ist in den meisten Fällen nach ca. 4 Wochen zu erwarten. In schweren Formen mit sekundärem Lymphödemstadium kann die Behandlung auch länger erforderlich sein.
Anschließende ambulante Behandlung Ein bis zwei mal manuelle Lymphdrainagen in der Woche, dauerndes Tragen der Kompressionsstrumpfhose und, falls diese Maßnahmen nicht ausreichen, zusätzliche Verordnung eines Gerätes zur apparativen, intermittierneden Kompression durch den betreuenden Hausarzt oder Phlebologen. Diese Maßnahmen dienen zur Sicherung des Behandlungserfolges in der Lymphklinik. In vielen Fällen mag das ausreichend sein. Es gibt aber häufig die Situation, dass trotz guter Mitarbeit der Patienten und Erhöung der wöchentlichen Lymphdrainagen, zusätzliche Stunden im "Lymphomaten" und eventuel eine Erhöhung der Kompression durch stärkere und/oder zusätzliche Kompressionsstrümpfe keine Besserung erzielt wird, sondern eine kontinuerliche Verschlechterung eintritt. Dies kann sich in Form einer schleichenden Umfangszunahme und/oder zunehmenden Stauungsbeschwerden/Schmerzen äußern. Tritt dies trotz aufgeschlossener und aktiver Therapieteilnahme der Patienten auf, d. h. sind Complianceprobleme als Grund ausgeschlossen, wird sich ein erneuter stationärer Aufenthalt in eienr Lymphklinik nicht umgehen lassen. Auch weitere stationäre Behandlungen im Laufe der Jahre müssen in Betracht gezogen werden, wenn die Möglichkeiten der ambulanten Behandlung vor Ort ausgeschöpft sind. Meier-Vollrath, Ilka; Schneider, Winfried; Schmeller, Wilfried Lipödem: Verbesserte Lebensqualität durch Therapiekombination Deutsches
Ärzteblatt 102, Ausgabe 15 vom 15.04.2005,
Seite A-1061 / B-892 / C-840 Zusammenfassung relativ groß,
wobei jedoch unklar ist, ob alle dieselbe Entität beschreiben.
zeigen die
unterschiedlichen Ausprägungsgrade. Die anfangs noch gleichmäßig verdickte
Subkutanschicht (Stadium I) wird im Laufe der Zeit knotenförmig und führt zu
Unebenheiten der Hautoberfläche (Stadium II). Bei fortgeschrittenen Formen
(Stadium III) wird das Subkutangewebe zunehmend fibrotischer; zusätzlich
finden sich ausgeprägte Fettwülste, die im Knie- und Oberschenkelbereich zu
einer Behinderung beim Gehen führen können. Die Haut der Beine kann an
umschriebenen Stellen kühl sein (22). Das betroffene
Gewebe ist – meist in Abhängigkeit vom Ausmaß des Ödems – druckempfindlich;
häufig finden sich Hämatome, wahrscheinlich als Folge geringfügiger Traumen.
Da typischerweise keine Ödeme an Fußrücken oder Zehen bestehen, findet man
kein Stemmersches Zeichen. Abhängig von Dauer und Schweregrad können
zusätzlich verdickte und nichtabhebbare Hautfalten an den Zehen (Stemmersches
Zeichen vorhanden) sowie Vorfuß- und Knöchelödeme als Folge einer sekundären
Lymphabflussstörung auftreten. Die Patienten klagen über Spontanschmerzen in
Form eines dumpfen Schwellungsgefühls sowie über eine oft auffallende
Berührungs- und Druckschmerzhaftigkeit an Ober- und Unterschenkeln. Diese
Beschwerden verstärken sich meist im Laufe des Tages, insbesondere nach
langem Stehen oder Sitzen. Zusätzlich leiden die Betroffenen massiv unter
Ihrem Aussehen (1,40). Nach der Erfahrung der Autoren
bewirkt der im Laufe der Zeit zunehmende Befund bei vielen Frauen eine
Frustration, die sich schließlich in übermäßigem Essen mit konsekutiver
Gewichtszunahme äußert. So ist verständlich, dass bei etwa der Hälfte der
Patientinnen nach einiger Zeit zusätzlich noch eine begleitende Adipositas
besteht (15). In diesen Fällen scheinen sekundäre
Lymphabflussstörungen eher aufzutreten als bei Normalgewichtigen
(33,36).
Aufgrund der Unkenntnis des Krankheitsbildes Lipödem
wurden und werden zum Teil immer noch unsinnige Therapieempfehlungen
ausgesprochen. Diese beinhalten Diäten, Training der betroffenen
Körperregionen oder Medikamente wie Abführmittel oder Diuretika; letztere
sollen die ödembedingten Beschwerden lindern. Insbesondere Diäten werden
aufgrund des starken Leidensdrucks von beinahe allen Patienten durchgeführt;
sie bewirken aber lediglich eine Umfangsreduktion am Stamm und verstärken so
noch die Diskrepanz zur unteren Körperhälfte. Auch der Kalorienverbrauch
durch sportliche Tätigkeit führt nicht zu der gewünschten Fettreduktion an
den betroffenen Stellen; unter Umständen kann das vermehrte Training sogar
noch zu einem Muskelaufbau an den Beinen mit Verstärkung der Dysproportion
führen.
Als
Kontraindikation der Liposuktion beim Lipödem gilt nach derzeitigem Wissensstand
ein begleitendes Lymphödem.
Zu Beginn der
Therapie ist der Aufenthalt in einer lymphologischen Fachklinik sinnvoll, da
hier neben einer optimalen Ödementstauung eine eingehende und für den Rest
des Lebens entscheidende Schulung der Patientinnen möglich ist. Später kann
die physikalische Ödemtherapie von speziell ausgebildeten Lymphtherapeuten
in Wohnortnähe weitergeführt werden. Auch die Liposuktion sollte unbedingt
in spezialisierten Zentren durchgeführt werden (Kasten
3)
Entscheidend ist
hierbei neben apparativen Voraussetzungen (Einsatz der gewebeschonenden
Tumeszenz-Lokalanästhesie mit vibrierenden Mikrokanülen) eine langjährige
Erfahrung des Operateurs mit dem Verfahren der Fettabsaugung und mit dem
Krankheitsbild des Lipödems. Aufgrund der notwendigen Vor- und
Nachbehandlung ist eine enge Kooperation mit Lymphkliniken beziehungsweise
-therapeuten sinnvoll.
Lipödem
|
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| Tab. 1 Differenzialdiagnose Lymph- und Lipödem |
||
|---|---|---|
|
Lymphödem |
Lipödem |
|
|
Lokalisation |
Vorfuß auch betroffen | Fuß immer frei |
| Hautkonsistenz | glatt und prall | weich, wellig, knotig |
|
Tastbefund |
weiche
dellenhinter- lassende Schwellung |
sulzig |
|
Orangenhaut |
nicht vorhanden | meist vorhanden |
| Hautfaltendicke | Faltendicke > 2 cm | normal |
|
Schmerzen |
normal | spontan u. Druckschmerz |
In den ersten Stadien findet sich nur eine fettreiche
Schwellung im Bereich der Hüften, welche sich in Richtung
Beine bis zu den Knien ausdehnt. Auch knieabwärts kann die säulenartige
Verformung zunehmen. Man spricht
dann vom „Suavenhosen“-Syndrom. Die Knöchel bleiben meist frei. Im Bereich
des Unterschenkels kommt es
aber zu lappenartigen Fettablagerungen. Ist das Krankheitsbild ausgeprägt,
kommt es in bis zu 30% zusätzlich zu
einem Lipödem der Arme. Auf Druck bleiben in Gegensatz zum Lymphödem beim
Lipödem keine Dellen stehen.
Die betroffenen Patienten sind oft psychisch erheblich stigmatisiert. Bis zu
30% der Betroffenen entwickeln im
Verlauf der Jahre eine Neurose.
Nach Herpertz [3] kommt es durch eine Vergrößerung der
Fettzellen und Fettzellkammern zu einer mechanischen Behinderung des
lymphatischen Abflusses aus den Lymphkapillaren und kleinen Sammelgefäßen
zwischen Bindegewebssepten. Dadurch entstehen die Ödeme im subkutanen
Bindegewebe. Die großen Lymphgefäße
sind von der Lymphostase nicht betroffen. Die Lymphographie zeigt in der
Regel normale Abflussverhältnisse.
Das Charakteristikum des Lipödems bei der Röntgenlymphographie sind
flammenförmige Depots. Übergänge
zum Lymphödem sind nach längerem Verlauf bekannt [2, 3].
Ein Lipolymphödem stellt die Kombination von Fettverteilungsstörung und sekundärer Schädigung des Lymphgefäßsystems dar.
Physikalische Maßnahmen wie computergesteuerte mikropulsierte Unterwassertherapien werden eingesetzt. Die Hydropresoltherapie massiert die Haut und das Unterhautgewebe von den Füßen bis zur Taille. Dadurch wird die Mikrozirkulation in Gang gebracht und der Gewebestoffwechsel wird aktiviert. Bis zu einem gewissen Maß kann eine deutliche Verbesserung der elastischen Eigenschaften der Haut erreicht werden.
Das Lipödem ist nicht Ausdruck von Übergewicht – deshalb ist es auch unsinnig, den betroffenen Patientinnen eine Abmagerungskur zu empfehlen.
Die betroffenen Patienten erhalten regelmäßig Ganzkörperlymphdrainagen mit anschließender intermittierender Kompression. Nur komplexe Therapieformen können mittel- und langfristig zu einem Behandlungserfolg führen.
Bei einer sehr starken Fettgewebsvermehrung im
Hüftbereich kann auch eine Liposuktion (Fettabsaugung)
durchgeführt werden. Vorraussetzung ist allerdings, dass die Lymphgefäße
sekundär noch nicht miterkrankt sind.

39. Kongress der Ärztekammer Nordwürttembergvom 30. Januar bis zum 1. Februar 2004 in Stuttgart
Lipödem- eine
Erkrankung, kein kosmetisches Problem
Bei dem Lipödem handelt
es sich per Definition um eine Fettverteilungsstörung mit Ödemenin der
zweiten Tageshälfte sowie unklare
Schmerzen an den Extremitäten. Die Erkrankung beginnt häufig in der
Pubertät mit Reiterhosen. In den weiteren Jahren wachsen
die Fettlappen bis zu den Knien und enden in Knöchelhöhe .In einigen Fällen
können auch die Arme mit betroffen sein.
Das Stemmer’sche Zeichen ist negativ, der Fußrücken ist vollständig schlank, es
findet sich ein supramalleolärer Fettkragen.
Die Grenzen zwischen Lipohypertrophie, der reinen Fettverteilungsstörung, und
dem Lipödem sind verschwommen.
Eine genaue Diagnostik kann nur durch die Funktionslymphszintigraphie gestellt
werden.
Bei beiden Krankheitsbildern handelt es sich nicht um ein kosmetisches Problem
sondern um echte Erkrankungen, die behandelt
werden müssen.
Das Lipödem führt unbehandelt mit einer Latenzzeit von 15-18 Jahren zu einer Kombination nämlich dem Lip(o)lymphödem, welches dann die gleichen Komplikationen aufweisen kann wie das Lymphödem.
Bei einem Lymphödem handelt es sich um eine
chronische progrediente Erkrankung hervorgerufen durch jegliche Reduktion der
Transportkapazität des Lymphsystems, um Flüssigkeit aus dem Interstitium zum
Kreislaufsystem zu drainieren. Das Lymphödem kann primär- hervorgerufen
durch genetische Abnormalitäten des Lymphgefäßsystems-oder sekundär-
hervorgerufen durch Karzinome und ihre Behandlungen, Traumen, Operationen,
Infektionen wie Filarien, Mykosen, Bakterien und Viren sowie auch artifiziell
sein.
Weltweit ist die Hauptursache des sekundären Lymphödems die Filariasis,
europaweit ist der Brustkrebs mit seiner Behandlung die häufigste Ursache mit
einer Inzidenz von 6 bis 30 Prozent je nach Behandlung.
Das Lymphödem führt nicht nur zu ästhetischen Problemen durch Schwellungen einer
Extremität sondern auch zu Dysfunktion
durch Schmerz, Schwere und eingeschränkte Beweglichkeit sowie psychische
Probleme.
Häufigste Komplikationen sind das Erysipel, Lymphangitis, Fibrose, Elephantiasis,
Papillomatose, Zysten und Lymphfisteln, Ulzera
bis hin zu malignen
Erkrankungen wie dem Angiosarkom. Die Diagnose des Lymphödems ist in den meisten
Fällen durch Anamnese, Inspektion und Palpation für den geübten Untersucher
leicht zu stellen. Das Stemmer'sche Zeichen ist in 82 Prozent der Fälle positiv,
bei 77 Prozent der Fälle sind die natürlichen Hautfalten vertieft, bei 63
Prozent der Fälle findet sich eine Schwellung des
Fußrückens oder des Handrückens. Ein positives Stemmer´sches Zeichen ist
beweisend
für ein Lymphödem.
An Zusatzuntersuchungen stehen uns die indirekte Lymphographie sowie die
Lymphszintigraphie zur Verfügung. Hochauflösende sonographische Untersuchungen
können ebenso die Diagnose des
Lymphödem in naher Zukunft stellen, wie weit aufwändigere Untersuchungen wie
Computertomographie und Magnetresonanztomographie. Die MRT wird uns in den
nächsten Jahren mit Hilfe von eisenhaltigen Kontrastmitteln weitere Aufschlüsse
über die Erkrankung, Diagnostik und Therapieerfolge aufzeigen können.
_____________________________________________________________
Was ist
ein Lipödem?![]()
Unter
einem Lipödem versteht man eine vermehrte Fettansammlung. Es handelt sich
dabei um eine chronische Erkrankung. Der Begriff Lipödem setzt sich zusammen
aus "Ödem" (Flüssigkeitsansammlung im Gewebe) und "Lip" (griechisch: Fett).
Bei der weitgehend symmetrischen Störung der Fettverteilung ist die
Fettansammlung zumeist vom Nabel abwärts zu finden.
In den meisten Fällen betrifft das Lipödem den Oberschenkel- und Hüftbereich,
ist also proximal betont (das sogenannte "Reiterhosenphänomen").

Lipödem als "Suavenhosenphänomen"
Weniger häufig ist das Lipödem distal betont, das heißt, es sind vorwiegend
die Unterschenkel betroffen. Hierbei ist charakteristisch, dass das Lipödem
mit dem Knöchel aufhört, das Fett jedoch am Sprunggelenk überlappt, was als
"Suavenhosenphänomen" bezeichnet wird.
Die Arme sind seltener betroffen. Ein zunächst proximal betontes Lipödem
(Oberschenkel und Hüften) kann sich auf die Unterschenkel ausdehnen und
umgekehrt.

Wer ist betroffen?
Das Lipödem betrifft nur Frauen. Es wird angenommen, dass das Fettgewebe beim weiblichen Geschlecht anders strukturiert ist als bei Männern. Das Lipödem ist eine anlagebedingte, also vererbliche Störung der Fettgewebsverteilung. Der Ausbruch und/oder die Verschlechterung der Krankheit wird durch eine Hormonumstellung im Körper verursacht. Bei vielen Patientinnen tritt das klinisch relevante (d.h. beschwerdeverursachende) Lipödem mit der Pubertät oder einer Schwangerschaft auf. Seltener ist das Eintreten der Wechseljahre oder eine Schilddrüsenoperation krankheitsauslösend.
Häufige Symptome
Das
Lipödem führt sekundär zu einem chronischen Lymphstau. Die Fettläppchen und
Fettzellen sind im Bindegewebe verankert und umgeben von kleinsten Lymph-
und Blutgefäßen. Eine Vermehrung der Fettzellen führt schleichend zu einem
Zudrücken der feinsten Lymphgefäße. Östrogene (weibliche Geschlechtshormone)
führen außerdem zu einer vermehrten Wassereinlagerung ins Bindegewebe und zu
einer Lockerung desselben.
Eine Begleiterscheinung des Lipödems ist also ein chronischer Lymphstau in
den abhängigen Körperpartien und eine Wassereinlagerung in ein sehr lockeres
Bindegewebe. Dies erklärt die Beschwerden, wie sie regelmäßig angetroffen
werden.
Schweregefühl in den Beinen
Dies ist durch das Gewicht des vermehrten Fettgewebes und der Menge an gestauter Gewebsflüssigkeit bedingt.
Angeschwollene Beine (Orthostatisches Syndrom)
Vor allem bei längerem Stehen und/oder Sitzen nimmt die Flüssigkeitsansammlung in den Beinen zu. Es kommt zu einem Anschwellen, oft auch mit Schwellneigung der (sonst nicht betroffenen) Füße. Häufig berichten Betroffene, dass sie nachmittags Schwierigkeiten haben, ihre Schuhe anzuziehen.
Orangenhautphänomen und Cellulite
Bedingt durch die besondere Struktur des Bindegewebes und dessen Lockerung.
Vermehrte Enstehung von Blutergüssen (Hämatomen) in den betroffenen
Körperteilen (bereits bei geringstem Anlaß)
Gründe
hierfür sind: Druck der Fettzellen auf die Gefäße; fehlende Festverankerung
der kleinen Äderchen im Bindegewebe, daher Zerreißen bei Einwirkung von
Scherkäften.
Erhebliche Schmerzen in den Beinen; Berührungsschmerz
Die
Weiterentwicklung (Chronifizierung) des Lymphstaus fürht zu einer Verhärtung
des Gewebes (Induration), die extrem berührungsempfindlich und schmerzhaft
sein kann.
Behinderung beim Laufen
Besonders bei proximal betontem Lipödem scheuert die Haut an der Innenseite
der Oberschenkel aneineinander (wundlaufen). Dadurch kann es auch zu
Entzündungen etc. kommen.
Frühzeitiges Entstehen von degenerativen Gelenksveränderungen und Arthrosen
Vor
allem am Knie (durch Fehlbelastung und Mehrgewicht).
Stadien des Lipödems
Das Lymphödem, das beim Lipödem sekundär, also in Folge der Fettgewebsvermehrung auftritt, wird in der medizinischen Fachliteratur häufig in 4 Schweregrade aufgeteilt (siehe unten)
Stadium I
Eindrückbar, spontan reversibel. Bildet sich nach körperlichen Anstrengungen oder am Ende des Tages; ist nach der Nachtruhe wieder weg.
Stadium II
Eindrückbar, reversibel bei Behandlung. Oft Komplikationen wie Ekzem und Erysipel (Wundrose). Ohne Therapie morgens zwar weniger, aber noch nachweisbar.
Stadium III
Bindegewebe verhärtet (Fibrosklerose), nicht wegdrückbar. Nur noch verbesserbar, aber auch bei Therapie bleibt Schaden am Bindegewebe bestehen.
Stadium IV
Irreversibles Ödem, Elephantiasis; Komplikationen bis zur bösartigen Entartung.
orhandensein von oberflächlichen Krampfadern![]()
Das Blut, das in den Schlagadern vom Herzen in die Beine bis zum großen Zeh gepumpt wird, wird zu 90 % in den Venen zum Herzen zurücktransportiert. Gegen die Schwerkraft, also von unten nach oben, fließt aber nichts von alleine. Das Blut muss aktiv nach oben gepumpt werden. Dies erfolgt mit jeder Bewegung der Beine, mit jedem Schritt. Deshalb sind in den großen Venen in kurzen Abständen Klappen eingebaut. Die Venenklappen funktionieren wie ein Ventil und lassen das Blut nur von unten nach oben fließen. Diese Klappen werden bei einer Thrombose häufig geschädigt oder gar zerstört. Bei einer angeborenen Bindegewebsschwäche dehnen sich die Venen im Laufe von Jahren oder Jahrzehnten häufig so aus, dass die Venenklappen nicht mehr schließen und sich das Blut ins Bein zurückstaut. Dies wird durch Faktoren wie Steh- oder Sitzberufe, Schwangerschaft, Hormonbehandlungen, extremes Übergewicht, schwere körperliche Arbeit (v.a. bei Wärme) begünstigt. Die dadurch erweiterten Venen werden "Krampfadern" genannt.
Schädigung des tiefen Venensystems
Es kann aber auch das tiefe Venensystem treffen, das für die Zirkulation
insgesamt viel wichtiger ist, und dessen Transportkapazität vierma
der des oberflächlichen Systems entspricht. Durch den Druck der Blutsäule in den
Krampfadern oder in den tiefen Venen werden ins Gewebe ( "interstitieller
Raum") Flüssigkeit und/oder feste Substanzen abgegeben. Diese Flüssigkeit
wird normalerweise über die Lymphbahnen zum Herzen zurücktransportiert. Die
übrigen 10% werden im System der Haargefäße (Kapillaren) als eine
eiweißreiche, klare Flüssigkeit abgefiltert, die als Lymphe bezeichnet wird.
Durch die Vermehrung der lymphpflichtigen Last werden die bereits
zugedrückten Lymphbahnen in ihrer Transportkapazität noch mehr überfordert
und schwellen an. Aus diesem Grund ist bei Patientinnen mit Lipödem
grundsätzlich eine phlebologische Untersuchung des Venensystems indiziert,
da Krampfadern sowohl vermieden als auch gut behandelt werden können.
Große körperliche Belastung
Eine Vermehrung der lymphpflichtigen Last kann auch durch zu große körperliche Aktivität entstehen. Hierbei sind die Grenzwerte natürlich individuell verschieden. Durch den Mehrbedarf der Beinmuskulatur an Sauerstoff und Energie bei meist ungewohnten körperlichen Anstengungen, muss das Herz pro Zeiteinheit mehr Blut ins Bein pumpen, das Herzzeitvolumen steigt. 10% davon fallen prinzipiell als Lymphflüssigkeit an; damit steigt die Belastung des Lymphsystems. Manche Betroffene berichten von einer Zunahme der Beschwerden nach anregenden Getränken, z. B. Kaffe, Cola, Schwarztee, Sekt oder Wein. Coffein und Alkohol regen die Mikrozirkulation in den kleinsten Gefäßen an und führen so zu einer vermehrten Inanspuchnahme des Lymphsystems.
Erste Komplikation
An erster Stelle der möglichen Komplikationen zu nennen sind Verschleißerkrankungen der Gelenke (bevorzugt der Lendenwirbelsäule, Hüft-, Knie- udn Fußgelenke).
Zweite Komplikation
Eine zweite Komplikation ist die Entwicklung von Lymphödemen. Speziell im Stadium III des Lipödems kommt es durch zunehmende Einengung der Lymphgefäße durch das wuchernde Fettgewebe zur Lymphabflußstörung. Bei fortschreitender Erkrankung können so Lymphödeme größeren Ausmaßes zusätzlich zu einem Lipödem hinzukommen. Im Gegensatz zu reinen Lymphödemen, die meist auf beiden Seiten unterschiedlich ausgeprägt sind, ist die Entwicklung eines Lymphödems im Rahmen einer Lipödemerkrankung immer symmetrisch.
Dritte Komplikation
Gewichtszunahme! Speziell - wie anfangs erwähnt, durch psychisch depressive Faktoren kommt es beim Lipödem häufig zur Gewichtszunahme. Hiermit wird das Risiko zu den weiteren Komplikationen wie Gelenkverschleißerkrankungen oder Entwicklung eines Lymphödems drastisch verstärkt.
Diäten und Fastenkuren
Das
Lipödem ist nicht ernährungsbedingt und daher durch Diäten und Fastenkuren
nicht beeinflußbar!
Häufig leiden die Betroffenen an einener starken Ströung ihres
Selbstwertgefühls. Ihnen wird allzu oft eingeredet, ihre Erkrankung wäre auf
Fehlernährung zurückzuführen. Dies erfahren sie nicht nur durch ihre Familie
und ihr privates/berufliches Umfeld, sonder leider oft auch durch
fachunkundige Kinder- und Hausärzte. Durch diese massive Außenbeeinflussung
glauben viele Betroffene letztendlich wirklich, die Symptome wären
ernährungsbedingt und starten die ersten Fastenkuren.
Die damit erzielte Gewichtsreduzierung hat jedoch keinerlei Einfluß auf die
Beinumfangsmaße. Außerdem bewirkt eie Diät eine Umstellung des Organismus
auf Sparflamme, so dass die nachfolgende wieder "normale" Nahrungsaufnahme
zu einem überschießenden Gewichtsanstieg (meist an den Beinen zuerst!) führt.
Häufig sind Essstörungen jedoch eine Begleiterscheinung des Lipödems.
Spätestens, wenn die Beine berührungsempfindlich werden und bei jeder
Berührung Schmerzen und Hämatome auftauchen, ist das Sexualleben massiv
beeinträchtigt. Als Folge davon suchen die Betroffenen oft nach einer
Ersatzbefriedigung, häufig in einer übermäßigen Nahrungsaufnahme. Dies führt
in vielen Fällen zu einer behandlungsbedürftigen Essstörung. Hier gibt der
Aufenthalt in einer Lymphklinik die Möglichkeit, wieder zu einem gesunden
Essverhalten zurückzufinden.
Medikamentöse Behandlung
Das Lipödem ist durch Medikamente (weder durch Tabletten, noch durch Salben) nicht beeinfluss- oder heilbar!
Sport
Die ideale sportliche Tätigkeit beim Lipödem ist Schwimmen. Hier findet die muskuläre Tätigkeit im Horizontalen statt, so dass keine Gefahr eines bei senkrechter Körperhaltung auftretenden Ödems (orthostatisches Syndrom) droht. Auch Fahrradfahren wirkt günstig. Empfohlen werden können auch Gymnastik, Spaziergänge, leichteres Joggen.
Kosmetische Korrekturen
Eine Liposuktion (Fettabsaugung) ist eine häufig angewandte Behandlungsmöglichkeit. Zu beachten ist, dass in der Vergangenheit bei einigen Fällen kene Verbesserung erzielt werden konnte. Werden bei dieser Behandlung die Lymphbahnen beschädigt, kann es sogar zu einer Verschlechterung kommen. Vor einer Entscheidung zur Liposkution sollten Sie sich über alle möglichen Nebenwirkungen, die auf Sie zukommenden Kosten und die Langzeitergebnisse diese Methode aufklären lassen. Konsultieren Sie mehrere Ärzte!
Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung
Die
einzig anerkannte und hochwirksame Behandlungsmöglichkeit ist die
Kombination von manueller Lymphdrainage und Kompressionsbehandlung. Dabei
werden mittels einer speziellen Massagetechnik die Lymphbahnen geöffnet.
Während einer Sitzung von z.B. 45 Minuten werden bei der Ganzbehandlung aus
jedem Bein ca. 500 ml Lymphe und Wasser bewegt. Damit der Effekt länger
anhält, muss sowohl Lymphe als auch Blut zu den tierfer liegenden, größeren
Venen bzw. Lymphsammelgefäßen gedrückt werden.
Zusätzlich ist unbedingt eine Versorgung mit medizinischen
Kompressionsstrümpfen oder -strumpfhosen notwendig.
Beim Lipödem sind die Beine oft außerhalb jedes Normmaßes, so dass
maßgefertigte Strümpfe in hohen Kompressionsklassen notwendig sind.
Intermittierende, apparative Kompressionsbehandlung mit Mehrkammergeräten
scheinen beim Lipödem einen günstigen Einfluss zu haben und sind zusätzlich
notwendig, wenn die Zahl der manuellen Lymphdrainagen (MLD) nicht erhöht
werden kann.
Ambulante oder stationäre Behandlung?
Ein
Lipödem im Stadium I wird normalerweise ambulant behandelt. Ab dem Stadium
II muss eine stationäre Behandlung zumindest als Erstmaßnahme erwogen
werden. Dies hat mehrere Gründe:
1. Die Erkrankung bedarf einer ständigen Behandlung. Wird sie unter- oder
abgebrochen, werden sich der Befund und die Beschwerden wieder mehr oder
weniger schnell verschlechtern. Das Leiden ist anlagebedingt; eine Ursache,
die therapeutisch angegangen werden kann, gibt es daher nicht.
2.. Die sehr oft
jungen Betroffenen müssen von der Notwendigkeit, Kompressionsstrumpfhosen
konsequent zu tragen, überzeugt werden. Das gelingt naturgemäß eher, wenn
ein Effekt sichtbar wird. Zwar bringt die ambulante Behandlung in vielen
Fällen eine deutliche Minderung der Beschwerden, jedoch keine nennenswerte
Umfangsabnahme der Beine.
3. Die Betroffenen haben in den meisten Fällen (je jünger, desto öfter) ein
sehr gestörtes Selbstwertgefühl. Häufig ist es hilfreich, in einer Gruppe
mit Leidensgenossinnen zu sein, die die gleichen Probleme haben und mit
denen ein Erfahrungsaustausch möglich ist. Viele Frauen sind nach einem
Aufenthalt in einer Lymphklinik innerlich wie verwandelt und zeigen wieder
eine positive Lebenseinstellung.
4. Ab dem Stadium II kann eine wirksame Entstauung, die mit einer messbaren
Umfangs- und Volumenreduktion einhergeht (ca. 1 - 1,5 ltr. pro Bein oder 5
12 cm am Oberschenkel weniger) bei einem ambulant tätigen Lymphtherapeuten
aufgrund der hierfür benötigten Zeitspanne nicht mehr erzielt werden.
Stationäre Behandlung in einer Lymphklinik
Eine optimale
Behandlung, wie sie wohl nur in einer Lymphklinik durchgeführt werden kann,
sieht wie folgt aus:
1. Manuelle Lymphdrainage morgens und abends als Ganzbehandlung über
mindestens 45 Min., dabei Atemübungen und entstauende Bewegungsübungen.
2. Anschließende Bandagierung der Beine mit speziellen Schaumstoff- und
textilelastischen Kurzzugbinden.
3. Eventuell intermittierende Kompression für 30 - 60 Minuten (evtl. 2 mal
täglich).
Hierzu kommen noch unterstützende Maßnahmen wie:
- - Ernährungsberatung;
- - Reduktions- und Vollwertkost;
- - Schmerztherapie;
- - Fahrradergometertraining;
- - Wanderungen;
- - Psychologische Betreuung.
Die Patientinnen sind mit der Therapie den ganzen Tag beschäftigt. Nur durch
diese intensiven Maßnahmen können nennenswerte Umfangsreduktionen erreicht
werden. In den ersten beiden Wochen ist der Behandlungserfolg noch relativ
gering. Der größte Fortschritt ist in den meisten Fällen nach ca. 4 Wochen
zu erwarten. In schweren Formen mit sekundärem Lymphödemstadium kann die
Behandlung auch länger erforderlich sein.
Anschließende ambulante Behandlung
Nach
erfolgter Versorgung mit Kompressionsstrümpfen muss dann zuhause eine
konsequente, dauerhafte Fortsetzung dieser Behandlung erfolgen:
Ein bis zwei mal manuellle Lymphdrainagen in der Woche, dauerndes Tragen der
Kompressionsstrumpfhose und, falls diese Maßnahmen nicht ausreichen,
zusätzliche Verordnung eines Gerätes zur apparativen, intermittierenden
Kompression durch den betreuenden Hausarzt oder Phlebologen. Diese Maßnahmen
dienen zur Sicherung des Behandlungserfolges in der Lymphklinik.
In vielen Fällen mag das ausreichend sein. Es gibt aber häufig die Situation,
dass trotz guter Mitarbeit der Patienten und Erhöhung der wöchentlichen
Lymphdrainagen, zusätzliche Stunden im "Lymphomaten" und eventuell eine
Erhöhung der Kompression durch stärkere und/oder zusätzliche
Kompressionsstrümpfe keine Besserung erzielt wird, sondern eine
kontinuierliche Verschlechterung eintritt. Dies kann sich in Form einer
schleichenden Umfangszunahme und/oder zunehmenden Stauungsbeschwerden/Schmerzen
äußern.
Tritt dies trotz aufgeschlossener und aktiver Therapieteilnahme der
Patienten auf, d.h. sind Complianceprobleme als Grund ausgeschlossen, wird
sich ein erneuter stationärer Aufenthalt in einer Lymphklinik nicht umgehen
lassen. Auch weitere stationäre Behandlungen im Laufe der Jahre müssen in
Betracht gezogen werden, wenn die Möglichketen der ambulanten Behandlung vor
Ort ausgeschöpft sind.
Was die Patientin beachten sollte: Im Beruf und Haushalt
Verletzungen, Überanstrengungen, extreme Temperaturen (Hitze und Kälte) meiden.
Kleidung
Röcke, Hosen und Gürtel dürfen keinen Druck ausüben - die freie Atmung ist wichtig!
Schönheits- und Körperpflege
Bei
der Nagelpflege den Nagelfalz nicht schneiden!
- Keine hautreizenden Kosmetika verwenden!
- Keine alkalische Seife, sondern Seife mit saurem pH-Wert verwenden - der
Säureschutzfilm der
Haut soll nicht zerstört werden. Die Haut darf nicht trocken oder rissig
sein.
- Vorsicht bei der Sauna! Sie kann, muss aber nicht schädlich sein.
- Vorsicht beim Sonnenbad: Die Haut unbedingt vor Sonnenbrand schützen!
- Vermeiden Sie knetende Massagen des Beins und des gleichseitigen unteren
Rumpfquadranten!
Sport
Sport
zu betreiben ist generell vorteilhaft. Der entstauende Effekt der
sportlichen Betätigung wird durch das Tragen von Kompressionsstrümpfen noch
gesteigert.
- Lassen Sie sich von Ihrem Arzt Kompressionsstrümpfe anpassen.
- Keine abrupten Bewegungen der geschwollenen Extremität (Vorsicht bei
Sportarten wie Tennis, Squash, Fußball etc.)
- Keine Erfrierungen beim Wintersport!
- Keine Verletzungen riskieren! (Lieber Langlauf als alpines Skilaufen;
ruhiges Schwimmen gehört
zu den therapeutischen Maßnahmen).
Ernährung
- Halten Sie Ihr Sollgewicht bzw. versuchen Sie , es im Falle von Übergewicht
durch Diät und
Bewegung wiederzugewinnen!
- Achten Sie auf ausgewogene Ernährung! Nehmen Sie reichlich Vitamine zu
sich! Vermeiden Sie
Zucker, Süßigkeiten und Nahrungsmittel aus weißem Mehl (Kuchen, Kekse usw.)
- Schränken Sie die Kochsalzzufuhr ein. Flüssigkeitsaufnahme nach
Durstgefühl, d.h. Sie dürfen
trinken, soviel Sie wollen (mindestens zwei Liter pro Tag).
Garten
Vermeiden Sie Verletzungen (Stacheln, Dornen, Geräte).
Haustiere
Katzenkratzer, Bisse etc. unbedingt vermeiden!
Während des Tages
Spezielle, entstauende gymnastische Übungen - falls vom Arzt verordnet - in
Kompressionsstrümpfen durchführen.
Während der Nachtruhe
Falls verordnet - nach sorgfältiger Hautpflege die betroffene Extremität
bandagieren!
Betroffene Arme oder Beine hochlagern! (Evtl. das Bettende erhöhen).
Urlaub
Tropische Gebiete vermeiden (Hitze, Insekten)! Antibiotika für den Notfall
mitnehmen. (Dosierung
teilt Ihnen Ihr Arzt mit)
Legen sie bei längeren Reisen Pausen ein, um gymnastische Übungen zu
machen (im Flugzeug,
wenn möglich, hin und wieder aufstehen und laufen; wippende Bewegungen mit
den Füßen
durchführen.
Physiotherapie / Krankengymnastik
-
Keine knetenden Massagen!
- Keine Fangopackungen am ödematösen Bereich!
- Keine tiefenwärmeerzeugende Elektrotherapie!
- Keine überdehnende Krankengymnastik!
*Arzt*
-
Den Blutdruck nicht am betroffenen Arm messen.
- Keine Phlebographie, keine direkte Lymphographie am geschwollenen Glied
durchführen lassen!
- Eine manuelle Lymphdrainage nicht als isolierte Therapiemaßnahme
akzeptieren!
(Kompressionsbehandlung ist unbedingt notwendig!) Bei der manuellen
Lymphdrainage muss
immer der betreffende Körperquadrant oder der ganze Körper lymphdrainiert
werden.
Sofort den Arzt aufsuchen sollte man, wenn....
-
Schmerzen auftreten und/oder die Muskelkraft nachlässt.
- sich die Schwellung trotz adäquater Behandlung verschlechtert
- Entzündungen an den Beinen mit Schmerzen, Rötungen, Flecken, Schüttelfrost
auftreten
(Wundrose = Erysipelinfekt).
__________________________________________________________________
In den letzten Jahren
hat sich in Deutschland ein wesentlicher Wandel im Verhältnis zum eigenen
Körper entwickelt.
Angetrieben durch die Fortschritte in der ästhetischen Dermatologie und
Chirurgie werden in vielen Medien Verschönerungsmethoden dargestellt, die
den Körper anscheinend frei modellierbar machen.
Auch der Wunsch, unschöne Fettpolster zu reduzieren, folgt diesem Trend.
In meinem Beitrag möchte ich Sie gerne über die umschriebene Fettvermehrung
(Lipohypertrophie = gr. Lip.: Fett, Hypertrophie =
Vergrößerung von Gewebe) am Beispiel der "Reithose" informieren
und die therapeutischen Möglichkeiten besprechen.
Die umschriebene Fettvermehrung beginnt typischerweise in der Pubertät und
tritt überwiegend symetrisch an Armen oder Beinen auf. Oft stellen die
betroffenen Frauen ihr Problem fest, wenn sie für Ober- und Unterkörper zwei
verschiedene Konfektionsgrößen tragen müssen. Im
Unterschied zur allgemeinen Fettsucht bleibt die Taille relativ schlank.
Besteht Übergewicht oder Fettsucht ist die Abgrenzung ärztlicherseits
schwieriger.
Die umschriebene Fettvermehrung lässt sich durch Sport oder Diät nur
unwesentlich beeinflussen.
Neben genetischen
werden auch lokal hormonelle Faktoren ursächlich verantwortlich gemacht. Die
Lymphabflussverhältnisse sind normal. Die Fettvermehrung kann das Gesäß,
eine ganze Extremität aber auch nur Teile einer Extremität befallen, wie zum
Beispiel den oberen oder unteren Oberschenkelbereich.
Eine Sonderform der umschriebenen
Oberschenkelfettvermehrung ist die "Reithose", bei der nur die
seitlichen oberen Oberschenkelanteile verdickt sind.
Während manche Frauen unter einer bereits geringgradigen Ausprägung leiden,
empfinden dies andere trotz objektiv starker lokaler Fettgewebsvermehrung
nicht. Örtliche Beschwerden bestehen nicht. Im Unterschied zur Cellulite ist
die Haut unauffällig.
Für die Behandlung der Lipohypertrophie (Lipödem)
ist die Fettabsaugung in Tumeszenz-Lokalanästhesie die geeignete Methode.
Technik und Verfahren sind inzwischen so ausgereift, dass die Behandlung
ambulant in örtlicher Betäubung erfolgen kann. Bei der
Tumeszenz-Lokalanästhesie (tumescere, lat. aufblasen) werden große Mengen
einer verdünnten Betäubungsmittel-Lösung in das Unterhautfettgewebe
eingespritzt.
Über kleine Hautschnitte wird durch Absaug-Sonden das in Läppchen liegende
Fettgewebe verflüssigt und abgesaugt. Einmal abgesaugte Fettzellen werden
nicht neu gebildet.
In der Regel können die Patienten nach 1 - 3 Tagen Schonung wieder zur
Arbeit gehen oder leichten Sport treiben. Ein Kompressionsmieder optimiert
den Abheilungsprozess. Der Hautmantel über dem abgesaugten Fettgewebe
schrumpft und passt sich langsam der neuen Körperform an.
Bereits nach einer Woche kann eine sichtbare Verbesserung der Körperform
wahrgenommen werden. Das endgültige Operationsergebnis wird nach 4 - 6
Monaten beurteilt.
Die Fettabsaugung stellt sich somit als die geeignete Methode dar,
umschriebenes unschönes Fettgewebe zu reduzieren.
Die Ergebnisse verhelfen den Betroffenen nicht nur zu einer objektiven
Figurverbesserung, sondern tragen auch zu einem besseren Selbstwertgefühl
bei. Weitere Informationen finden Sie
hautarzt-senger.de
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Lipödem Lipohypertrophie Lipoedeem
1. Definition
Das Lipödem, lipohypertrophie, ist eine meist progrediente Erkrankung, die durch eine symmetrische Unterhaut-Fettgewebsvermehrung überwiegend der unteren, selten der oberen Extremitäten gekennzeichnet ist. Zusätzlich besteht eine Ödembildung häufig mit Spannungs-, Druck- und Berührungsschmerzen sowie eine Hämatomneigung nach geringen Traumen (Allen und Hines, Wienert et al.). Im fortgeschrittenen Stadium kann sich ein lymphostatisches Ödem ausbilden.
|
Stadium I: |
Hautoberfläche glatt,
Subkutis verdickt, Fettstruktur feinknotig.
|
|
Stadium II: |
Hautoberfläche uneben,
Fettstruktur grobknotig.
|
|
Stadium III: |
Gewebe insgesamt derber
und härter,
|
Morphologische Untersuchungen des Lymphsystems mittels indirekter Lymphographie zeigen typische, wenn auch nicht pathognomonische Veränderungen in Form gefiederter bzw. flammenförmiger Kontrastmitteldepots (Partsch et al., Stöberl et al., Tiedjen et al. und Weissleder et al.). Mittels Fluoreszenz-Mikrolymphographie konnten Mikroaneurysmen festgestellt werden, deren Bedeutung noch unklar ist (Amann-Vesti et al.).
Funktionsuntersuchungen des Lymphgefäßsystems erfolgten mittels statischer oder dynamischer Lymphszintigraphie. Teils fanden sich dabei keine auffälligen Veränderungen (Bräutigam et al. und Tiedjen); in der Mehrzahl der Untersuchungen ließen sich aber - in späteren Krankheitsstadien - verlängerte Transportzeiten und pathologische Uptake-Werte nachweisen (Brauer et al., Weissleder et al., Harwood et al. und Bilancini et al.).
Zur Ödemreduktion
können folgende physikalischen Maßnahmen - je nach Beschwerdebild - eingesetzt
werden.
1.)
Bewegungstherapie, 2.) Kompressionstherapie ↓(phlebologischer Kompressionsverband,
medzinischer Kompressionsstrumpf),
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|
| Manuelle Lymphdrainage | Manuelle Lymphdrainage |
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|
| Manuelle Lymphdrainage | Manuelle Lymphdrainage |
und
3.) Intermittierende pneumatische Kompression,
4.) manuelle Lymphdrainage (Földi et al., Weissleder et al., Herpertz).
Die Ödemreduktion sollte durch objektive Meßverfahren dokumentiert werden.
So konnte z.B. mit einer stationär durchgeführten Entstauungstherapie eine Minderung der Beinvolumina in der Größenordnung von 4 bis 12 Prozent erzielt werden (Deri und Weissleder). Durch die anschließende Kompressionsbehandlung soll der Erfolg der Entstauung gehalten werden.
Zur Reduktion des Fettgewebes wird die operative Therapie mittels Fettabsaugung (Liposuktion) eingesetzt (Schmeller et al., Sattler, Rapprich et al., Cornely, Narins et al.). Langzeituntersuchungen nach Liposuktion in Tumeszenz-Lokalanästhesie zeigten nach bis zu 8 Jahren bei allen Patienten eine deutliche Verbesserung des Befundes in Bezug auf Körperform und Beschwerden; in keinem Fall war es zu einer Verschlimmerung der Ödeme gekommen (Rapprich et al.). In manchen Fällen war zusätzlich auch die Hämatomneigung verschwunden (Schmeller et al.). Ob prinzipiell durch die frühzeitige Fettreduzierung auch der Progredienz der Erkrankung entgegengewirkt werden kann, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Vergleichsstudien zur konservativen und operativen Therapie sind nicht vorhanden.
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Dr, Cornely uit Düsselforf schreibt:
Kolumne für DermaForum: Lipödem und die Differentialdiagnosen (Teile
1-5)
Teil 1:
Die klinische Untersuchung ist die Basis der Diagnose Lipödem. Vielfach
gehen die Begriffe in der Beschreibung der Fettvermehrung an Armen und
Beinen der Patientinnen jedoch durcheinander. So gehört das Lipödem
sicherlich zu den häufigsten Fehldiagnosen bzw. zu den häufigsten Diagnosen,
die fälschlich nicht gestellt werden.
Deshalb soll in diesem ersten Beitrag zu "Fakten, Zahlen und anderen
Geschichten" rund ums Lipödem die Nomenklatur noch einmal dargestellt
werden.
Ein Lipödem tritt grundsätzlich nur an Armen oder/und Beinen auf. In der
Literatur werden bis zu 2 % der Kombination des Lipödems von Arm und Bein
angegeben. Ich denke, daß aus meiner klinischen Erfahrung heraus diese Zahl
viel zu klein angesetzt ist. Mag auch das Patientenkollektiv in der
Düsseldorfer Praxis selektioniert sein, so finden wir doch bis zu 30 % der
Patientinnen mit einem Befund an allen 4 Extremitäten.
Was ist nun der Unterschied zwischen einem Lipödem, einer Lipohypertrophie,
einem Lipolymphödem und einem Lymphödem?
Mit Lipohypertrophie
bezeichnet man die Zunahme des Fettgewebes an den Extremitäten in
Dysproportion zum Stamm. Das wichtigste Kriterium der Lipohypertrophie ist
die distale Begrenzung am oberen Sprunggelenk bzw. am Handgelenk. Eine
Lipohypertrophie geht nie über den Bereich des Hüftgelenkes respektive der
Schulter hinaus auf dem zentralen Stamm. Die Umfänge sind immer nahezu
symmetrisch, eine Lipohypertrophie ist grundsätzlich an beiden jeweiligen
Extremitäten, also Beinen oder Armen symmetrisch angelegt, sie ist
schmerzlos auf Druck oder Kneiftest, sie hat keine erhöhte Gefäßfragilität.
Die Lipohypertrophie ist genetisch fixiert, sie kommt nur bei Frauen vor.
Bei Männern tritt diese Veränderung der Fettverteilung als Störung lediglich
bei unphysiologischen Östrogenspiegeln auf. Dies entspricht bei Männern den
krankhaften Zuständen unter Chemotherapie oder dem Zustand nach Kastration.
Ein Lipödem ist in
seinen Ausdehnungen und Maßen der Lipohypertrophie ähnlich. Es unterscheidet
sich von der Lipohypertrophie der Extremitäten lediglich durch eine klinisch
eindeutige Druckschmerzhaftigkeit sowie durch eine deutlich erhöhte
Gefäßfragilität. Dies bedeutet, daß die Patienten bei leichtem Touchieren
mit Hämatomen reagieren. Die Druckschmerzhaftigkeit ist offensichtlich
Ausdruck eines lymphostatischen Ödems. Falsch wäre von dem Befund des
lymphostatischen Ödems auf eine Minderanlage der Lymphgefäße zu schließen.
Hierfür gibt es bislang keine radiologisch gesicherten Beweise.
Soeben publizierte Untersuchungen von Dr. Brauer, Emmendingen belegen, daß
entgegen der bisherigen Annahme Lipödeme eine deutlich höhere
Transportkapazität für Lymphe in der indirekten Lymphszintigraphie haben.
Diese Transportkapazität ist altersabhängig. Im Klientel unter 35 noch im
Anstieg begriffen kommt es jenseits der 50 zu einem Abschwung dieser durch
den Uptake dargestellten Kapazität.
Über die besondere Diagnostik von Lipödemen und seinen
differentialdiagnostischen Extremitätenschwellungen werde ich an anderer
Stelle berichten.
Lipolymphödeme
liegen dann vor, wenn zusätzlich zum Lipödem, also der durch Gefäßfragilität
und orthostatisches Ödem komplizierten Lipohypertrophie, ein ausgeprägtes
lymphostatisches Ödem im Sinne des Lymphödems vorliegt. Diese
Lymphödemkomponente geht nicht selten mit den dermatologischen Zeichen der
Lymphgefäßschädigung einher. Die Stase setzt sich bis in die Haut fort.
Papillomatosen sind bei diesen Patienten nicht ungewöhnlich. Ebenso ist bei
diesen Patienten das Stemmer'sche Zeichen häufig positiv. Dies bedeutet, daß
die Lymphödemkomponente über die Lipödemgrenze des oberen Sprunggelenks
hinaus bis auf den Fußrücken und die Zehen nachweisbar ist. Hier muß
deutlich unterschieden werden zwischen dem reinen Lipödem und der
kombinierten Erkrankung Lipohypertrophie.
Die Untersuchung kann ebenfalls klinisch erfolgen, das Zeichen nach
Kaposi-Stemmer ist im Falle
eines Lipolymphödems eindeutig. Man versteht unter diesem, zuletzt von
Robert Stemmer, dem in diesem Jahr verstorbenen weltberühmten französischen
Phlebologen, eine Untersuchung an der zweiten Zehe beider Füße. Läßt sich an
dieser zweiten Zehe eine Hautfalte emporheben und zusammenkneifen, so liegt
kein Lymphödem der Zehen vor. Ist jedoch eine solche Hautfalte nicht
darstellbar, ist das Zeichen nach
Kaposi-Stemmer positiv.
Während alle bisher genannten Schwellungen an Armen oder Beinen symmetrisch
sind, ist die letzte der vier Differentialdiagnosen, das
Lymphödem häufig einseitig
anzutreffen.
Wir unterscheiden primäre und sekundäre Lymphödeme. Die sekundären
Lymphödeme kommen in der überwiegenden Vielzahl vor. Literaturangaben
zufolge entstehen primäre Lymphödeme bei ca. 14 % der Patienten. Beim
Lymphödem handelt es sich nicht um eine anlagebedingte Schwellung der
Extremitäten, sondern um eine sekundär eingetretene Schädigung des
Lymphgefäßdrainagesystems oder eine anlagebedingte Minderkapazität dieses
Systems. Dies kann bedingt sein durch Fehlanlage oder gar Aplasie. Die
Diagnose des Lymphödems mag primär ebenfalls klinisch gestellt werden,
sinnvoller ist es jedoch bei Lymphödemen grundsätzlich, auch wenn sie
klinisch noch so eindeutig zu sein scheinen, eine indirekte
Lymphszintigraphie und indirekte Lymphangiographie wenigstens einmal
durchzuführen. Nur durch diese Untersuchung kann dem Kliniker und dem
Patienten eine relative Sicherheit gegeben werden bezüglich der Entwicklung
und Prognose unter Therapie durch manuelle Lymphdrainage und Kompression.
Im Vorgriff auf weitere Diskussionen sei an dieser Stelle schon
unterstrichen, daß Lymphödeme, primärer oder sekundärer Genese, in der Regel
keiner operativen Therapie zugeführt werden können. Einzige Ausnahme stellen
zur Zeit im deutschsprachigen Raum die Lymphgefäßtransplantationen nach
sekundärem Lymphödem beim Mammacarcinom dar, so wie sie von Prof. Baumeister
in München durchgeführt werden.
Während die Sachlage beim Lymphödem klar ist, werde ich in den nächsten
Monaten im Rahmen dieser Kolumne zu "Fakten, Zahlen und anderen Geschichten"
als Vorbereitung auf den im Juni in Düsseldorf stattfindenden Kongreß zum
Lipödem erläutern, welche therapeutischen Optionen bei den anderen drei
Differentialdiagnosen der lipolymphogenen Arm- und Beinschwellungen der Frau
gegeben sein könnten.
Teil 2:
Nach der Darstellung der Differentialdiagnosen soll heute versucht werden
einzugrenzen, welche Maßnahmen zur Diagnostik hinreichend und notwendig
erscheinen.
Das Lipödem wird prima vista durch eine klinische Diagnostik gestellt. Eine
säulenförmige Deformierung der Extremitäten als Dysproportion zum schlanken
Oberkörper mag ein hinreichendes Argument für die Differentialdiagnostik des
Lipödems darstellen.
Im Rahmen einer Studie untersuchen wir zur Zeit inwieweit hierüber
hinausgehende apparative Diagnostik die Festlegung der Diagnose "Lipödem"
verifizieren kann. Wir empfehlen in diesem Zusammenhang nach einer
ausführlichen Anamnese des Beschwerdebildes der Patienten, in der die
Untersuchung auf Druckschmerzhaftigkeit mittels eines Kneiftestes an den
Beinen respektive den Armen die Frage nach der Entwicklung von Hämatomen auf
Minimaltrauma sowie die Häufung dieser Dysproportion bei weiblichen
Familienangehörigen in genetischer Linie und die Unmöglichkeit der
Umfangsverminderung durch diätetische oder andere konservative Maßnahmen
geklärt ist, eine sorgfältige Untersuchung des Gefäßsystems.
Neben der üblichen phlebologischen Diagnostik, welche eine Stamm- oder
Seitenastvaricosis darstellen kann und eine arterielle Durchblutungsstörung
durch einfache Druckmessungen ausschließen kann, halten wir es für sinnvoll
zur Abgrenzung der therapeutischen Interventionen eine Lymphszintigraphie
der betroffenen Extremitäten durchzuführen. Im Falle der Planung einer
operativen Intervention an den Extremitäten durch Liposuction - eine
therapeutische Option, die im nächsten Monat dargestellt werden wird - ist
eine indirekte Lymphangiographie unerläßlich.
Die duplexsonographische Darstellung des Fettgewebes zur Differenzierung
zwischen Lipödem und Lymphödem durch Darstellung der Marshallschen Spalten
bzw. des von Marshall beschriebenen Schneegestöbers, sollte in die
Routinediagnostik dringend Eingang finden.
Ein Lipödem ist nicht nur eine klinische Enthität. Es bestehen heute
hinreichend einfache und in der Praxis durchführbare apparative
Untersuchungsmöglichkeiten zur sicheren Diagnostik dieses Krankheitsbildes.
Teil 3:
Während Sie in den ersten beiden Kolumnen in Vorbereitung des Kongresses im
Juni dieses Jahres in Düsseldorf über Differentialdiagnose und diagnostische
Vorstellungen orientiert wurden, darf ich Ihnen heute von den
therapeutischen Optionen berichten, die zur Zeit von Krankenkassen
finanziert werden.
Das Lipödem wird verstanden als besondere Enthität des Fettzuwachses an den
Extremitäten, welches einhergehen kann mit einem lymphostatischen Ödem.
Hieraus resultiert, daß zur Zeit die manuelle Lymphdrainage sowie die
Kompressionstherapie als therapeutische Option Vorfahrt haben. Die manuelle
Lymphdrainage, welche von Vodder in den dreißiger Jahren erstmals
beschrieben und durch die Herren Asdonk und Földi ihre Veredlung gefunden
haben, dient dazu, die lymphostatische Komponente der Fettgewebsvermehrung
der Extremitäten zu therapieren.
Das Ergebnis der Arbeit des manuellen Lymphtherapeuten, der nach
entsprechender Grifftechnik im Bereich des Körperstamms sich um die
Entödematisierung der Extremitäten bemüht, wird durch Anlegen einer
Kompression konserviert. Im akuten Stadium ist hierzu die Bandagierung und
Polsterung dringlich angezeigt.
Die Verordnung kann über den behandelnden Arzt und ein entsprechendes Rezept
stattfinden. Hierzu bietet die Industrie (Lymphset von der Firma
Lohmann-Rauscher) auf einfachem Wege ein komplettes Paket der
Kompressionsmaterialien. Nach Dokumentation der manuellen Lymphdrainage und
ihres Erfolges durch einfache Umfangsmessungen sind die Patientinnen mit
einer Kompressionsbestrumpfung der Klasse II respektive der Klasse III zu
versorgen.
Es besteht Einigkeit darin, daß eine Umfangsverminderung weder durch die
manuelle Lymphdrainage noch durch die Kompressionsbestrumpfung beim Lipödem
erreicht werden kann. Lediglich die Druckschmerzhaftigkeit wird der
Patientin genommen. Die manuelle Lymphdrainage und die
Kompressionsbestrumpfung müssen lebenslang erfolgen.
Dies stellt eine Crux medicorum dar. Deshalb haben sich viele Kollegen
weltweit damit beschäftigt, ob die Entfernung des Fettgewebes selber durch
eine Liposuction in Tumeszenzanästhesie nicht im Rahmen der Therapie
sinnvoller sei.
Teil 4:
Das Lipödem ist eine Erkrankung bei dessen Behandlung die beiden
Kompartimente Fettgewebe und Lymphgefäße in gleicher Weise in Betracht
gezogen werden müssen.
Zur Zeit steht neben der konservativen Therapie mit komplexen
Entstauungsmaßnahmen die operative Sanierung des Fettes in der Diskussion.
Zweifelsohne ist die traditionelle Methode der manuellen Lymphdrainage und
anschließender Kompression bei lebenslanger Anwendung erfolgreich in Bezug
auf die Entödematisierung und auf die Druckschmerzhaftigkeit. Eine
definitive Veränderung ist hier jedoch nicht zu erwarten. Die von
Patientinnen oft gewünschte Umfangsverminderung ist auf diese Art und Weise
suffizient nicht zu erreichen.
In der von Klein 1987 erstmals beschriebenen Operationstechnik der
Liposuction in Tumeszenzanästhesie bietet sich ein Verfahren an, welches
seit wenigen Jahren auch beim Lipödem zur Entfernung des dysproportionierten
Fettes an Beinen und Armen eingesetzt werden kann.
Die präoperative Diagnostik besteht in der
- klinischen und anamnestischen Untersuchung,
- der Differenzierung des Krankheitsbildes zwischen Adipositas, Lipohypertrophie und Lipödem inklusive seiner Kombinationsformen,
- dem Ausschluß einer arteriellen Erkrankung,
- die Darstellung des phlebologischen Status und ggf. die operative Sanierung mit Venenstripping und Minichirurgie. Verödungen sind obsolet.
Die präoperative Diagnostik beinhaltet weiter eine
- Lymphszintigraphie und Lymphangiographie.
- Ein Lymphödem des Beines stellt eine Kontraindikation zur Operation dar.
Nach neuen anatomischen Untersuchungen, die von Schacht, Regensburg, und
Baumeister, München, im Februar 2001 vorgestellt wurden, bieten weder der
bisher angenommene "Flaschenhals" am medialen Knie, noch das
Lymphgefäßsystem selbst eine Kontraindikation zur operativen Sanierung des
Fettes. Es sind jedoch bei der operativen Therapie einige wesentliche
Voraussetzungen zu beachten.
Liposuction beim Lipödem ist eine Besonderheit der Fettentfernung und nicht
vergleichbar mit der üblichen Liposuction anderer Fettpolster am Körper. Wie
üblich sind die mittlerweile international gültigen Richtgrößen einzuhalten:
- Nicht mehr als 10 Liter Tumeszenz
- nicht mehr als 5 Liter Aspirat
- keine Vollnarkosen.
Operationstaktisch empfiehlt sich
- achsengerechtes Saugen mit langen Kanülen kleinen Durchmessers,
- kein Criss-Cross,
- Berücksichtigung der Resorptionszeiten des Lidocains durch verspätete Freisetzung aus dem verbleibenden Fett,
- Beachtung der vorgegebenen Maximalgrößen in Tumeszenz und Aspirat.
Es existieren bis heute keine klinischen Studien und Untersuchungen über die
Gefahren bei Liposuction in Tumeszenzanästhesie bei Lipödem-Patientinnen.
Eine solche Untersuchung wird zur Zeit in Düsseldorf operierend durchgeführt.
Der Kongress "Lymphe D'dorf" mit dem Thema "Das Lipödem - Fakten, Zahlen und
andere Geschichten" wird sich ausschließlich mit dem Krankheitsbild Lipödem
beschäftigen.
Die Veranstaltung findet am 09. Juni 2001 im Dorint - Am Rosengarten - in
Neuss statt.
Teil 5:
Nachdem wir in den letzten Hinweisen dieser Kolumne die verschiedenen
Aspekte von Klinik, Diagnostik und Therapie des Lipödems und seiner
Differentialdiagnosen besprochen haben, stelle ich Ihnen heute den Komplex
der Beurteilung durch den MDK sowie die Abrechnungsmöglichkeiten der
Therapien vor.
Wir werden auf dem Konsensuskongreß "Das Lipödem - Fakten, Zahlen und andere
Geschichten" am 09.06.2001 in Düsseldorf intensivst gerade die den MDK
betreffenden Fragen darstellen. Die Zielsetzung ist, eine operative Therapie
der dysproportionalen Fettmassen in den Kanon der Behandlungsmöglichkeiten
einzubinden.
Das Lipödem rangiert in Lehrbüchern unisono als lymphologische Erkrankung.
Es ist die Frage zu stellen, ob nicht hierin der grundsätzliche Fehler
liegt. Ist das Lipödem wirklich eine lymphologische Erkrankung? Ist es nicht
vielmehr eine Erkrankung des Fettgewebes und das Ödem ein sekundäres
Lymphödem im Sinne der Transportinsuffizienz des Lymphge-fäßsystems? Es
mehren sich die Hinweise, daß Lipödem-Patienten ein vollkommen intaktes
Lymphgefäßsystem haben. Die Transportkapazitäten sind oft hochnormal.
Nun, die bisherigen konservativen Therapieansätze bestehen, wie Sie wissen,
in manueller Lymphdrainage zur Verminderung dieses Lymphödems und im Tragen
der Kompressions-bestrumpfung. Dies mag für die unteren Extremitäten noch
akzeptabel sein; für die 30 % der Frauen, welche ein Lipödem der Arme haben,
ist dies gänzlich unakzeptabel. Auch ist die Behandlung des Lymphödems beim
Lipödem keine kausale Therapie. Um so mehr muß darüber nachgedacht werden,
ob die operative Verringerung des Fettgewebes eine dauerhafte und kausale
Therapie darstellt. Die Risiken der Tumeszenz-Liposuction sind gut
beschrieben, die in diesem Jahr erstmals publizierten Forschungsergebnisse
aus München von Prof. Baumeister sprechen weiterhin dafür, in
Tumeszenz-Anästhesie gefäßschonend Lipödeme zu operieren.
Die Kosten der manuellen Lymphdrainage und der Bestrumpfung sind
selbstverständlich mit den Krankenkassen abgedeckt. Es muß in hinreichendem,
aber wirtschaftlich vertretbarem Maße rezeptiert werden. Dies bedeutet bis
zu 3mal manuelle Lymphdrainage pro Woche und nach Erreichen eines steady
state, Reduktion dieser Frequenz. Dies bedeutet weiterhin die Verschreibung
flachgestrickter Kompressionsware, in der Regel Kompressionshosen.
Patientinnen nach Liposuction bedürfen in der von mir seit 3 Jahren
beobachteten Klientel 6 Monate postoperativ weder einer manuellen
Lymphdrainage noch einer Kompressions-bestrumpfung. Daß die Chronizität des
Geschehens mit der Liposuction ebenfalls beendet wird, sei eine
ernstgemeinte Randbemerkung.
Der Medizinische Dienst der Krankenkassen hat die Aufgabe zu prüfen, ob eine
Indikation zur medizinischen Behandlung im Rahmen der gesetzlichen Pflichten
der Krankenkassen gegeben ist. Dieser Pflicht kommt der Medizinische Dienst
nach, wenn er unter Prüfung der Aktenlage feststellt, ob denn die Diagnose
Lipödem vorliegt oder, ob es sich nicht vielmehr auch um die
Differentialdiagnosen Lymphödem, Lipohypertrophie, Adipositas oder ähnliches
handelt.
Die Behandlungspflichtigkeit besteht für den gesamten Kanon der
konservativen Möglichkeiten. Bezüglich der operativen Interventionen ist der
Medizinische Dienst der Krankenkassen je nach Gutachterposition in seiner
Bewertung different. Ich empfehle dringend als Behandler mit Gutachtern in
direkten Kontakt zu treten und mit dem MDK intensiv und direkt
zusammenzuarbeiten. Gerade auf dem lymphologischen Gebiet ist die Ausbildung
der Ärzte respektive der Gutachter nicht immer aufs beste bestellt. Deswegen
ist es wichtig, daß hier an einem gemeinsamen Strang gezogen wird.
Forderungen gegenüber dem MDK aufzustellen, die ihre Begründung vermissen
lassen, ist kein vernünftiger Umgang mit den Gutachtern des Medizinischen
Dienstes der Krankenkassen. Inwieweit dann eine operative Intervention als
Kassenleistung überhaupt abrechnungs-technisch erbracht werden kann, steht
noch auf einem ganz anderen Blatt. Wichtig ist aber, den Medizinischen
Dienst und seine Gutachter sukzessive von den Möglichkeiten der operativen
Intervention, welche ja eine neue Behandlungsmethode darstellt, und deshalb
im Kanon der Behandlungsmethoden bislang nicht aufgenommen ist, zu
überzeugen.
Ich freue mich, wenn Ihnen die Kolumnen in den letzten Monaten Geschmack
gemacht haben, das Lipödem nicht als unbehandelbare chronische Erkrankung zu
betrachten.
Ich bitte Sie, Ihren Patientinnen gegenüber nicht zu äußern "Da haben Sie
ein Lipödem, da kann man nichts tun." Bitte überprüfen Sie die
Operationsindikation.
Ich lade Sie herzlich ein, zu der Konsensuskonferenz "Das Lipödem - Fakten,
Zahlen und andere Geschichten" im Rahmen der Lymphe D'dorf 2001 nach
Düsseldorf am 09.06.2001 zu kommen. Wir werden alle relevanten Aspekte der
Behandlung des Lipödems zusammentragen und in Diskursen mit vielen Kollegen
versuchen, eine für den MDK präsentable Richtlinie zu geben, die zukünftige
Begutachtungen leichter gestalten sollten
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Das Wort Lipödem ist zusammengesetzt aus den beiden Wörtern "Lip" = Fett und "Ödem" = Schwellung. Das Wort "Ödem" ist eigentlich irreführend, da es sich primär um eine anlagebedingte Fettverteilungsstörung der Extremitäten (Beine oder/und Arme) handelt, die zu einer augenfälligen Fehlproportionierung des Körpers führt. Im Anfangsstadium ist dieser Zustand schmerzfrei, so dass man zunächst von einer Lipohypertrophie spricht.
Die genaue Ursache des Lipödems ist nicht bekannt, obwohl das Krankheitsbild bereits vor mehr als 60 Jahren, im Jahr 1940, von den Ärzten Edgar Allen und Edgar Hines beschrieben wurde (daher auch auf englischsprachigen Seiten manchmal als "Allen-Hines Syndrome" bezeichnet). Da die Krankheit fast nur bei Frauen auftritt und vorwiegend in der Pubertät oder nach einer Schwangerschaft ausbricht, vermutet man hormonelle Disbalancen. Oft kann man in entsprechenden Foren auch von Betroffenen lesen, die Probleme mit der Schilddrüse haben, aber auch auf diesem Gebiet scheinen keine neuen Erkenntnisse vorzuliegen.
Die Diagnose kann von einem erfahrenen Arzt aufgrund des Aussehens (Inspektion) und Anfassen (Palpation) gestellt werden. Das typische Verteilungsmuster sowie die Schmerzhaftigkeit bei Berührung oder Druck auf die Schienbeinvorderkante lassen ein Lipödem erkennen. Weiterführende Diagnostik kann bei unklarer Diagnose eingesetzt werden. Dazu gehören z.B.
Einteilung in Stadien je nach Schweregrad der Erkrankung:
www.lympho-opt.de
www.lymphnetz.de
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